Null-Prozent-Finanzierung

Ob es um die Kfz- oder Wohnungseinrichtungsfinanzierung geht, den meisten Familien fehlt hier einfach das nötige Kleingeld dafür. Damit die Haushaltskasse nicht übermäßig belastet wird, sieht man sich daher nach günstigen Finanzierungen um. Bieten die Hersteller zudem noch die Möglichkeit einer Finanzierung an, lässt sich der Wunsch vielfach sofort in die Tat umsetzen. Hinzu kommt dann noch ein angeblicher finanzieller Volltreffer: eine Null-Prozent-Finanzierung, ein Kauf also ohne effektive Jahreszinsen. Kaum ein Mensch hinterfragt derartige Maßnahmen, obwohl auch Autobanken oder Möbelhäuser heute kein Geld mehr zum Verschenken haben. Die Aussage wirkt allerhöchstens als simples Käufermagnet: Kein Mensch will auf geschenkte Zinsen verzichten.

Dabei erweisen sich die meisten Null-Prozent-Finanzierungen als Flop, da vielfach Waren angeboten werden, die sich als Ladenhüter auf normalem Wege nicht verkaufen lassen. Teilweise handelt es sich sogar um Auslaufmodelle, die einfach schnell den Platz freigeben müssen wegen neuerer Artikel. Werden dann noch Vergleiche herangezogen, in dem man das Angebot der Autobank (zinslos) mit dem klassischen Kredit von Haus- und Direktbanken gegenüberstellt (Rabatt durch Barzahlung), lässt sich schnell erkenne, welche Kosten sich in dem sehr wohl verzinsten „Null-Prozent-Darlehen“ befinden.